
Es gibt nur wenige Gelegenheiten, die es Eltern ermöglichen, die Gesundheit der Zähne ihrer Kinder für das ganze Leben positiv zu beeinflussen. Das Nutzen dieser Gelegenheiten, die an von der Natur vorgegebene biologische Zeitfenster gebunden sind, kann für Ihre Kinder wahrlich ein Segen sein und unnötige Zahnprobleme für den Rest des Lebens drastisch reduzieren, wenn nicht gar vermeiden.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass nichts unerträglicher für eine Mutter oder einen Vater ist, als die eigenen Kinder leiden zu sehen und gleichzeitig nichts tun zu können. Man meidet kaum Aufwand oder Kosten, um solch einen Umstand zu mindern.
Das Problem ist aber, dass bereits eine Füllung bei einem 5-jährigen Kind lebenslange Zahnprobleme nach sich ziehen kann. Füllungen haben eine beschränkte Lebensdauer, müssen also von Zeit zu Zeit ersetzt werden. Oft entsteht Karies unter einer Füllung, so dass wieder gelöchert und gebohrt werden muss, je nachdem folgt eine Krone oder gar eine Wurzelbehandlung. Es bestehen vielleicht Unverträglichkeiten gegenüber den verwendeten Materialien; nicht zu vergessen, das potentielle Risiko bei der Entstehung systemischer Erkrankungen, welche Zahninfektionen mit sich bringen (siehe auch: Karies – Link zur weltweit häufigsten Todesursache).
Doch dazu muss es nicht kommen! Sie können mit nur wenig Aufwand und mit etwas Disziplin nicht nur potentielle Zahnprobleme vermeiden, sondern auch sich selbst, Ihr Portemonnaie, sowie das Ihrer Kinder bis ins Erwachsenenalter dadurch entlasten.
So viel wird gewonnen, wenn dieser Teufelskreislauf erst gar nicht ins Rollen kommt. Sie haben nicht alles in der Hand, aber Vieles!
Um besser zu begreifen, weshalb diese Zeitfenster so bedeutsam sind, müssen einige Zusammenhänge verstanden werden:
a) Babies werden durch ihre Mütter infiziert
Da der Mund eines Neugeborenen frei von Bakterien ist, erfolgt die Besiedelung nach und nach. Man geht heute davon aus, dass Kinder weitgehend das Bakterien-Erbe ihrer Mutter übernehmen, welches durch das Ablecken des Löffels, durch Küsschen, etc. übertragen wird. Je mehr Kariesbakterien die Mutter hat und je mehr fermentierbare Kohlenhydrate sie zu sich nimmt, desto grösser ist das Kariesrisiko ihrer Kinder.
b) Das Infektions-Fenster
Da die Kariesbakterien einen festen Untergrund zum Gedeihen brauchen, sind diese weitgehend erst nach dem Durchbruch der ersten Zähne präsent. So öffnet sich normalerweise zwischen dem 5. und dem 8. Lebensmonat, wo sich die ersten Beisserchen zeigen, ein Infektions-Fenster. Die Erkenntnis dieses “Fensters” gründet auf den sogenannten Mutter-Kind-Studien. Caufield prägte den Begriff “Infektions-Fenster”, um den Zeitraum zu beschreiben, während dem die Zähne eines Kleinkindes besonders empfänglich für eine Kariesinfektion durch die Bakterienstämme Streptococcus sanguis und S. salivarius sind. Eine Infektion findet häufig zwischen dem 20. und 30. Lebensmonat statt. Das Fenster bleibt aber auch über diesen Zeitraum hinaus noch geöffnet.
c) Die Zähne sind beim Durchbruch weich und anfällig
Dringen die Zähne durch, ist der Zahnschmelz anfangs noch nicht ausgehärtet und nicht gerüstet, um Angriffen von Säuren, die von den Kariesbakterien als Stoffwechselprodukte erzeugt werden, oder aus der Nahrung stammen, zu widerstehen. Der Prozess der Aushärtung braucht ca. ein Jahr. Gerade während der ersten drei Lebensjahre kommt es oft vor, dass Löcher in den Milchzähnen entstehen.
d) Der Schnellere gewinnt!
Abertausende von verschiedenen Bakterien leben in unseren Mäulern. Davon werden einige in Zusammenhang mit der Entstehung von Karies gebracht, andere hingegen werden als „freundlich“ bezeichnet.
Es versteht sich von selbst, dass sich die Gruben und Risse in den Stockzähnen besonders als Lebensraum zur Vermehrung und zum Gedeihen von Bakterien eignen. Doch dieser Platz ist beschränkt. Wer sich zuerst dort angesiedelt hat, gewinnt und darf bleiben.
Die ersten Stockzähne (Molaren) dringen etwa mit zwei Jahren durch. Deshalb ist es ratsam, vorgängig darauf zu achten, das Milieu im Mund dahingehend zu beeinflussen, dass sich möglichst nur „freundliche“ Bakterien darin ansiedeln und keine Kariogenen.
Xylit hilft 3-fach
- Da Xylit im Gegensatz zu Zucker nicht von den Kariesbakterien als Nahrung verwendet werden kann, vermehren sich die Bakterien nicht unkontrolliert, hingegen förderliche Bakterien werden durch die Anwesenheit von Xylit nicht dezimiert und können Überhand nehmen.
- Normalerweise entstehen bei der Verdauung von Kohlenhydraten (insbesondere Haushaltszucker) Säuren, welche die Zahnsubstanz angreifen. Da die Kariesbakterien Xylit nicht verwerten können, entstehen auch keine für die Zähne schädlichen Säuren.
- Nicht nur die Säure der Bakterien können für die Zähne zum Problem werden. Oft sind die Nahrungsmittel und Getränke, die wir zu uns nehmen, sauer und greifen die Zähne an. Je schneller der pH im Mund wieder in den basischen Bereich kommt, desto besser sind die Zähne geschützt. Speichel ist ein natürlicher Puffer. Xylit regt die Speichelproduktion an und ist somit förderlich bei der Aufrechterhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts im Mund.
3 Fenster für die lebenslange Zahngesundheit Ihrer Kinder
Ob Sie Kinder erwarten, oder schon welche haben, es ist nie zu spät, um mit Xylit zu starten. Je früher, desto besser. Doch starten Sie einfach so bald und so konsequent wie möglich!
- Fenster: Vor der Geburt
- Fenster: 0 bis 3 Jahre
- Fenster: 5-14 Jahre
Lernen, wie Sie für sich und Ihre Kinder ein effektives Xylit-Programm zusammenstellen
Am Vortrag „Das Geheimnis natürlich gesunder Zähne“ haben Sie die Gelegenheit zu lernen, wie Sie Xylit je nach Alter richtig einsetzen können, um das Kariesrisiko Ihrer Kinder möglichst gering zu halten.
Die Details zum Anlass erfahren Sie hier.
Quellen:
Caufield, PW; Cutter GR; Dasanayake AP (1993). Initial acquisition of mutans streptococci by infants: evidence for a discrete window of infectivity. J Dent Res 72:37-45.
Mäkinen, K. (2000). Der Einsatz von Xylit in der Kariesprophylaxe. Hrsg: pdv PraxisDienste + Verlags GmbH, Heidelberg.
Mäkinen, K. (2014). Email vom 15.07.2015
Phillips, E. (2010). Kiss Your Dentist Goodbye: A Do-It-Yourself Mouth Care System for Healthy, Clean Gums and Teeth. Greenleaf Book Group Press, Austin/TX.
Ein weiterer Grund, weshalb wir ganz auf Zahnpasten verzichten ist, dass diese oft Inhaltsstoffe enthalten, die gesundheitlich nicht unbedenklich sind - besonders für Kinder! - und die abrasiv wirken, d.h. sie wirken wie Schleifpapier auf den Zahnschmelz.
Je nach Alter der Kinder, muss man das Zähne putzen mit Xylit etwas üben. Viele freuen sich so über das süsse Bettmümpfeli, dass das Xylit schnell geschluckt wird. Dies ist auch nicht weiter schlimm.
Für die herkömmliche Zahnpflege reicht es, mit Xylit Granulat die Zähne gründlich zu putzen - dies ist besonders vor dem ins Bett gehen wichtig! - das Xylit anschliessend auszuspucken oder es zu schlucken und v.a. nicht mit Wasser nachzuspülen. Das Xylit sollte möglichst lange an den Zähnen bleiben.
Wenn Sie mit Ihren kleinen Kindern Mundspülungen machen wollen, weil vielleicht ein akutes Problem vorhanden ist, oder um Zahnstein loszuwerden, ist es gut z.B. mit einem Kückenwecker zu üben und langsam die Zeiten zu steigern von 1 Minute bis zu 10 Minuten.
Hoffe, dies hilft Ihnen weiter! Ansonsten bitte einfach nochmals nachhaken!